Perspektive wechseln und soziale Berufe entdecken
Wie fühlt sich der Alltag mit einer Behinderung an? Beim Aktionstag an der Mittelschule Langenzenn konnten Schülerinnen und Schüler Behinderung und Inklusion praktisch erleben und soziale Berufe kennenlernen. Der Aktionstag ist Teil des Aktion Mensch geförderten Projekts „Sozial – Total mein Ding“ der Lebenshilfe Fürth zur inklusiven Berufsorientierung.
Alltag mit Behinderung erleben
Im Rahmen der Projektwoche Gesundheit und Balance fand an der Mittelschule Langenzenn ein Aktionstag zum Thema „Alltag mit Behinderung und Inklusion verstehen“ statt. Ziel war es, Berührungsängste abzubauen und mit den Jugendlichen über Teilhabe, Barrierefreiheit und soziale Berufe ins Gespräch zu kommen.
Gestaltet wurde der Vormittag von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem Berufsbildungsbereich der Dambacher Werkstätten gemeinsam mit den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Fürth. Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen konnten an verschiedenen Stationen selbst ausprobieren, welchen Herausforderungen Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag begegnen.
Perspektivwechsel: Barrieren selbst erfahren
Beim Rollstuhl-Parcours erlebten die Jugendlichen, wie schwierig bereits kleine Hindernisse werden können. Mit speziellen Handschuhen probierten sie alltägliche Tätigkeiten mit nur einer Hand aus. Blindenbrillen und Blindenstöcke vermittelten einen Eindruck davon, wie sich die Orientierung mit eingeschränktem Sehvermögen anfühlen kann.
Die praktischen Übungen machten deutlich, wie wichtig Barrierefreiheit, Unterstützung und Rücksichtnahme für eine inklusive Gesellschaft sind.
Soziale Berufe kennenlernen
Ein weiterer Schwerpunkt war die inklusive Berufsorientierung. Mitarbeitende der Lebenshilfe Fürth informierten gemeinsam mit der bfz Fürth - Berufsfachschule für Heilerziehungspflege über verschiedene Berufsfelder und Ausbildungsmöglichkeiten in der Behindertenhilfe.
Die Jugendlichen erhielten Einblicke in den Arbeitsalltag sozialer Berufe und erfuhren, welche Ausbildungswege ihnen offenstehen. So wurde der Aktionstag auch zu einer ersten Orientierung für die eigene berufliche Zukunft.
Leichte Sprache: Verständlich kommunizieren
In Workshops lernten die Schülerinnen und Schüler die Grundlagen der Leichten Sprache kennen. Sie erfuhren, wie Informationen verständlicher gestaltet werden können und warum barrierearme Kommunikation ein wichtiger Bestandteil von Inklusion und Teilhabe ist.
Persönliche Erfahrungen: Marco Noack berichtet
Für einen persönlichen Einblick sorgte Marco Noack, Mitarbeiter der Dambacher Werkstätten und Mitbegründer des Projekts „Ich bin süchtig – Gemeinsam gegen Drogen“. Er berichtete offen über seine Erfahrungen mit Drogen, die Folgen seines Konsums und seinen persönlichen Weg. Besonders bewegend: Noack war selbst Schüler an der Mittelschule Langenzenn.
Für mich schließt sich heute ein Kreis. Meine ersten Erfahrungen mit Drogen begannen bereits im Schulalter. Heute kann ich meine Geschichte erzählen und die Jugendlichen davor warnen, denselben Weg einzuschlagen.
Seine persönliche Geschichte zeigte, wie wichtig Aufklärung und Prävention für junge Menschen sind.
Inklusion beginnt mit Verständnis
Der Aktionstag verband Selbsterfahrung, Begegnung, Information und Berufsorientierung. Die Jugendlichen konnten Barrieren selbst erleben, Vorurteile abbauen und soziale Berufe kennenlernen. Der Vormittag zeigte: Inklusion beginnt mit Verständnis – mit einem Perspektivwechsel, gegenseitigem Respekt und Begegnungen auf Augenhöhe.
Der Aktionstag war Teil des Projekts „Sozial – Total mein Ding“ zur inklusiven Berufsorientierung und wird durch Aktion Mensch gefördert.